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Fachinformation zu Vectibix®:Amgen Switzerland AG
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Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Haut- und Weichteiltoxizität
Bei nahezu allen (ungefähr 94%) der mit Vectibix behandelten Patienten wurden unerwünschte Hautreaktionen beobachtet, die mehrheitlich leicht bis mässig schwer waren.
In klinischen Studien beobachtete man im Zusammenhang mit Hautreaktionen und Stomatitis Infektionen und Sepsis, in seltenen Fällen mit tödlichem Verlauf. Weiterhin traten lokale Abszesse auf, welche eine Inzision und Drainage erforderten.
Bei Auftreten von Hautausschlägen/Hauttoxizität ist den Patienten zu empfehlen ein Sonnenschutzpräparat anzuwenden, einen Hut zu tragen und die Sonne zu meiden, da Sonnenlicht die Hautreaktionen verschlimmern kann.
Für Dosisanpassungen aufgrund von Hauttoxizität, siehe «Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen» in der Rubrik «Dosierung/Anwendung».
Patienten, die unter Vectibix eine Haut- oder Weichteiltoxizität entwickeln oder deren Reaktionen sich unter Behandlung mit Vectibix verschlechtern, sind hinsichtlich infektiöser Komplikationen zu überwachen und eine adäquate Behandlung ist unverzüglich einzuleiten. Lebensbedrohliche und tödliche infektiöse Komplikationen, einschliesslich Fälle von nekrotisierender Fasziitis und/oder Sepsis, wurden bei Patienten beobachtet, die mit Vectibix behandelt wurden. Bei Haut- oder Weichteiltoxizitäten verbunden mit schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen entzündlichen oder infektiösen Komplikationen ist von einer Behandlung mit Vectibix abzusehen oder die Therapie abzubrechen.
Nach Marktzulassung wurde über seltene Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse berichtet bei Patienten, die mit Vectibix behandelt wurden. Bei Verdacht auf diese Toxizität ist die Behandlung mit Vectibix zu unterbrechen und/oder zu beenden.
Eine proaktive Behandlung der Haut mit Feuchtigkeitscreme, Sonnenschutzmittel (LSF > 15 für UVA und UVB) oder topischer Steroidcreme (max. 1% Hydrocortison) und die Gabe eines oralen Antibiotikums (z.B. Doxycyclin) können bei der Behandlung von Hautreaktionen von Nutzen sein. Die Patienten sollten angehalten werden, während der Behandlungszeit die Feuchtigkeitscreme und das Sonnenschutzmittel jeden Morgen auf Gesicht, Hände, Füsse, Hals, Rücken und Brust und das topische Steroid jeden Abend auf Gesicht, Hände, Füsse, Hals, Rücken und Brust aufzutragen.
Pulmonale Komplikationen
Interstitielle Lungenerkrankungen (ILD, Interstitial Lung Disease) mit teilweise tödlichem Ausgang sind mit EGFR-Inhibitoren einschliesslich Vectibix beobachtet worden. Im Fall von akut einsetzenden oder sich verschlechternden Lungensymptomen ist die Behandlung mit Vectibix zu unterbrechen und die Symptome sind unverzüglich abzuklären. Falls eine interstitielle Lungenerkrankung diagnostiziert wird, ist Vectibix dauerhaft abzusetzen und der Patient adäquat zu behandeln.
Bei Patienten mit einer interstitiellen Pneumonitis oder einer pulmonalen Fibrose in der Vorgeschichte oder mit Anzeichen einer interstitiellen Pneumonitis oder einer pulmonalen Fibrose muss der Nutzen einer Behandlung mit Panitumumab gegen das Risiko von pulmonalen Komplikationen sorgfältig abgewogen werden.
Labortests – Elektrolyte
Bei einigen Patienten wurde eine schwere (Grad 4) Hypomagnesiämie beobachtet. Daher sollten Patienten vor Beginn und bis zu 8 Wochen nach Abschluss der Vectibix-Behandlung periodisch hinsichtlich einer Hypomagnesiämie und einer Hypokalzämie überwacht werden. Eine angemessene Supplementierung mit Magnesium wird empfohlen.
Auch andere Elektrolytstörungen, u.a. eine Hypokaliämie, wurden beobachtet. Eine Überwachung wie oben beschrieben und eine angemessene Supplementierung mit den jeweiligen Elektrolyten werden ebenfalls empfohlen.
Infusionsreaktionen
In klinischen Studien zur Monotherapie und Kombinationstherapie beim mCRC wurde bei ca. 5% der mit Vectibix behandelten Patienten über Infusionsreaktionen (innerhalb von 24 Stunden nach einer Infusion) berichtet, von denen 1% schwerwiegend waren (Grad 3 und 4, CTCAE V4.0).
Auch in der Postmarketingphase wurden bei < 1% der Patienten schwere Infusionsreaktionen beobachtet, sehr selten mit tödlichem Ausgang (bei < 0,01% der Patienten).
In der Postmarketingphase gab es auch Berichte über Infusionsreaktionen, die mehr als 24 Stunden nach der Infusion auftraten. Diese schliessen einen tödlichen Fall eines Angioödems ein bei einem Patienten, der in der Vergangenheit Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Panitumumab gezeigt hatte. Zeichen und Symptome dieser verzögerten Infusionsreaktionen können das Auftreten eines Bronchospasmus, eines Ödems, einer Anaphylaxie, eines Angioödems, oder einer Hypotonie einschliessen. Es wird empfohlen, Patienten über die Möglichkeit einer spät einsetzenden Infusionsreaktion aufzuklären und sie anzuweisen, ihren Arzt zu kontaktieren, falls Symptome einer infusionsbedingten Reaktion auftreten.
Falls eine schwere oder lebensbedrohliche (NCI-CTC Grad 3 oder 4) Infusionsreaktion auftritt, muss die Infusion gestoppt werden. Je nach Schweregrad und/oder Dauer der Reaktion ist ein endgültiges Absetzen von Vectibix in Betracht zu ziehen. Bei Patienten mit einer milden oder moderaten Infusionsreaktion (NCI-CTC Grad 1 und 2) soll die Infusionsrate für die Dauer dieser Infusion um 50% reduziert werden. Es wird empfohlen, diese niedrigere Infusionsrate für alle nachfolgenden Infusionen beizubehalten.
Vectibix in Kombination mit einer IFL-Chemotherapie (Irinotecan, Bolus 5-Fluorouracil und Leucovorin)
In einer einarmigen Studie (n = 19) kam es bei Patienten unter Behandlung mit Vectibix in Kombination mit der IFL-Chemotherapie [Bolus 5-Fluorouracil (500 mg/m2), Leucovorin (20 mg/m2) und Irinotecan (125 mg/m2)] mit hoher Inzidenz zu schwerer Diarrhö (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Deshalb ist die Gabe von Vectibix in Kombination mit IFL zu vermeiden (siehe «Interaktionen»).
Vectibix in Kombination mit Bevacizumab und Chemotherapien
In einer randomisierten offenen multizentrischen Studie (PACCE-Studie) mit 1'053 Patienten wurde die Wirksamkeit von Bevacizumab und Oxaliplatin- oder Irinotecan-haltigen Chemotherapien mit und ohne Vectibix zur Erstlinientherapie von metastasierendem Kolon- oder Rektumkarzinom untersucht. Bei Patienten, die Vectibix in Kombination mit Bevacizumab und Chemotherapie erhielten, wurden eine Verkürzung des progressionsfreien Überlebens und häufigere Todesfälle beobachtet. Auch wurden in den Behandlungsarmen, in denen Vectibix in Kombination mit Bevacizumab und Chemotherapie eingesetzt wurde, häufiger eine Lungenembolie, Infektionen (überwiegend dermatologischen Ursprungs), Diarrhö, Elektrolytstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Dehydratation beobachtet.
Eine weitere Analyse der Wirksamkeitsdaten dieser Studie im Hinblick auf den KRAS-Status identifizierte keine Patienten-Subgruppe, die von der Behandlung mit Vectibix in Kombination mit Oxaliplatin- oder Irinotecan-haltiger Chemotherapie und Bevacizumab profitierte. Es wurden ein Trend zu schlechterem Überleben unter Behandlung mit Vectibix in der KRAS-Wildtyp-Subgruppe der Bevacizumab- und Oxaliplatin-Kohorte und ein Trend zu schlechterem Überleben mit Vectibix in der Bevacizumab- und Irinotecan-Kohorte unabhängig vom KRAS-Mutationsstatus beobachtet.
Daher sollte Vectibix nicht in Kombination mit Bevacizumab-haltiger Chemotherapie angewendet werden (siehe «Interaktionen» und «Klinische Wirksamkeit»).
Vectibix in Kombination mit Oxaliplatin-haltiger Chemotherapie bei mCRC-Patienten mit RAS-Mutationen oder unbekanntem RAS-Mutationsstatus
Bei mCRC-Patienten mit RAS-Mutationen oder unbekanntem RAS-Mutationsstatus sollte Vectibix nicht in Kombination mit einer Oxaliplatin-haltigen Chemotherapie verabreicht werden (siehe «Kontraindikationen»).
In der Primäranalyse einer Phase-III-Studie (n = 1'183, 656 Patienten mit KRAS (Exon 2)-Wildtyp und 440 Patienten mit KRAS-mutierten Tumoren) wurde Vectibix in Kombination mit einer Infusionstherapie aus 5-Fluorouracil, Leucovorin und Oxaliplatin (FOLFOX) im Vergleich zur alleinigen FOLFOX-Erstlinientherapie bei mCRC untersucht. Dabei wurde eine signifikante Verkürzung des progressionsfreien Überlebens (PFS) bei Patienten mit KRAS-mutierten Tumoren beobachtet, die Vectibix und FOLFOX (n = 221) versus alleiniger FOLFOX-Therapie (n = 219) erhielten (Hazard Ratio (HR): 1,27 [95% KI: 1,04; 1,55]). Bei Patienten mit KRAS (Exon 2)-Mutationen war das mediane PFS 1,5 Monate kürzer für die Kombination Vectibix plus FOLFOX als für FOLFOX allein in der Primäranalyse. Zudem wurde auch ein Trend zu einem verkürzten Gesamtüberleben (OS) in der Patientenpopulation mit KRAS-mutierten Tumoren festgestellt (HR: 1,17 [95% KI: 0,95; 1,45]).
In einer vordefinierten retrospektiven Subgruppenanalyse von 641 der 656 Patienten mit KRAS (Exon 2)-Wildtyp mCRC aus der Phase-III-Studie wurden bei 16% (n = 108) der Patienten zusätzliche RAS-Mutationen (KRAS [Exons 3 und 4] oder NRAS [Exons 2, 3 und 4]) festgestellt. Es wurde eine Verkürzung des PFS und des OS beobachtet bei Patienten mit RAS-mutiertem mCRC, welche Vectibix und FOLFOX (n = 51) versus alleiniger FOLFOX-Therapie (n = 57) erhielten. Bei Patienten mit RAS-Mutationen war das mediane PFS 1,4 Monate kürzer, HR 1,31 (95% KI: 1,07; 1,60) und das mediane OS war 3,6 Monate kürzer, HR 1,25 (95% KI: 1,02; 1,55) für die Kombination Vectibix plus FOLFOX im Vergleich zu FOLFOX allein.
Patienten mit ECOG-Performance-Status 2, die mit Vectibix in Kombination mit Chemotherapie behandelt werden
Bei Patienten mit ECOG Performance Status 2 wird vor Einleitung einer Behandlung mit Vectibix in Kombination mit einer Chemotherapie zur Behandlung von mCRC eine Nutzen-Risiko-Analyse empfohlen. Ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis konnte für Patienten mit ECOG Performance Status 2 nicht belegt werden. In einer Phase-III-Studie (n = 1'183; 656 Patienten mit KRAS (Exon 2)-Wildtyp und 440 Patienten mit KRAS-mutiertem mCRC) zur Untersuchung von Vectibix als Erstlinientherapie in Kombination mit FOLFOX im Vergleich zu FOLFOX allein wurde bei Patienten mit ECOG Performance Status 2 (n = 40) eine erhöhte Toxizität und ein signifikant kürzeres PFS beobachtet als mit ECOG Performance Status 0 oder 1 (n = 616). Bei Patienten mit ECOG Performance Status 2 betrug das mediane PFS 4,8 Monate für Vectibix plus FOLFOX (n = 20) und 7,5 Monate für FOLFOX allein (n = 20), verglichen mit 10,8 Monaten für Vectibix plus FOLFOX (n = 305) und 8,7 Monaten für FOLFOX allein (n = 311) bei Patienten mit ECOG Performance Status 0 oder 1.
Akutes Nierenversagen
Bei Patienten, die eine schwere Diarrhö und Dehydratation entwickeln, wurde akutes Nierenversagen beobachtet.
Okuläre Toxizität
Es wurde über schwerwiegende Fälle von Keratitis, ulzerativer Keratitis und Hornhautperforation berichtet. Patienten, bei denen Anzeichen und Symptome vorliegen, die auf eine Keratitis hindeuten, wie akute oder sich verschlechternde Entzündung des Auges, Tränensekretion, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, Schmerzen im Auge und/oder gerötete Augen, sollten umgehend einen Augenarzt aufsuchen.
Bei Bestätigung der Diagnose einer ulzerativen Keratitis sollte die Behandlung mit Vectibix unterbrochen oder abgebrochen werden. Wenn eine Keratitis diagnostiziert wurde, sollten der Nutzen und die Risiken einer Weiterbehandlung sorgfältig abgewogen werden.
Vectibix sollte bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Keratitis, ulzerativer Keratitis oder schwerer Form eines trockenen Auges mit Vorsicht angewendet werden. Die Verwendung von Kontaktlinsen ist auch ein Risikofaktor für Keratitis und Ulzeration.
Warnhinweise zu Hilfsstoffen
Dieses Arzneimittel enthält 3,45 mg Natrium pro ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, entsprechend 0,17% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

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