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Fachinformation zu Clindamycin [phosphat] Sandoz®, i.v. / i.m., Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung i.v. / Injektionslösung i.m., Clindamycin Sandoz®, Hartkapseln:Sandoz Pharmaceuticals AG
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Zusammensetzung

Wirkstoffe
Clindamycinum ut clindamycini-2-phosphas (Injektionslösung), clindamycinum ut clindamycini hydrochloridum (Hartkapseln).
Hilfsstoffe
Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung i.v. / Injektionslösung i.m.
Alcohol benzylicus (38 mg), Dinatrii edetas, Natrii hydroxidum, aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem pro 4 ml. Corresp. natrium 34 mg.
Dieses Arzneimittel enthält maximal 34 mg Natrium pro Ampulle.
Clindamycin Sandoz Hartkapseln
Maydis amylum pregelificatum, Talcum, Magnesii stearas, Lactosum monohydricum (79 mg (150 mg-Kapsel); 148 mg (300 mg-Kapsel)), Gelatina, Titanii dioxidum (E171), Ferri oxidum flavum, rubrum, et nigrum (E172).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von Infektionen mit gegenüber Clindamycin empfindlichen anaeroben Bakterien und grampositiven aeroben Bakterien, insbesondere Bacteroides-Arten, mikroaerophilen Streptokokken, Staphylokokken und Pneumokokken:
·Infektionen des oberen Respirationstrakts wie Tonsillitis, Pharyngitis, Sinusitis, Otitis media und Scharlach.
·Infektionen des unteren Respirationstrakts wie Bronchitis, Pneumonie, Empyem und Lungenabszess.
·Haut- und Weichteilinfektionen wie Akne, Furunkel, Zellulitis, Impetigo, Abszesse und Wundinfektionen. Spezifische Haut- und Weichteilinfektionen wie Erysipel und Paronychia (Panaritium) müssten ihrer Natur gemäss gut auf eine Clindamycin-Therapie ansprechen.
·Knochen- und Gelenkinfektionen wie Osteomyelitis und septische Arthritis.
·In Kombination mit einem Antibiotikum mit gramnegativem, aerobem Spektrum: Infektionen des weiblichen Beckens und Genitaltraktes, wie Endometritis, Parametritis, Salpingitis, Tuboovarialabszesse (Pelvic Inflammatory Diseases PID), sowie postoperative Vaginalinfektionen.
·Intraabdominale Infektionen wie Peritonitis und Abdominalabszess bei gleichzeitiger Applikation eines Antibiotikums mit einem geeigneten gramnegativen aeroben Spektrum.
·Septikämie und Endokarditis. Die Wirksamkeit von Clindamycin in der Behandlung ausgewählter Endokarditis-Fälle wurde dokumentiert, falls Clindamycin sich bei der In-vitro-Testung der adäquaten erreichbaren Serumkonzentrationen gegenüber dem Erreger als bakterizid erwies.
·Zahninfektionen wie Parodontalabszess und Periodontitis.
·Toxoplasmose-Enzephalitis bei Patienten mit AIDS. Bei Patienten, die die konventionelle Behandlung nicht vertragen, kann Clindamycin in Kombination mit Pyrimethamin zur Akuttherapie eingesetzt werden. Es liegen nur begrenzte Erfahrungen aus klinischen Studien vor.
·Pneumocystis jirovecii Pneumonie bei Patienten mit AIDS. Bei Unverträglichkeit gegenüber der herkömmlichen Therapie kann Clindamycin in Kombination mit Primaquin eingesetzt werden. Es liegen nur begrenzte Erfahrungen aus klinischen Studien vor.
Wie bei allen Antibiotika empfiehlt sich die Durchführung von in-vitro Sensibilitätsprüfungen.
Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme von Antibiotikaresistenzen.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung und Applikationsart sollen nach der Schwere der Infektion, dem Zustand des Patienten und der Empfindlichkeit des Erregers bestimmt werden.
Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m. kann bei Kindern ab dem Alter von 1 Monat angewendet werden. Bei Kindern sollte Clindamycin unabhängig von Adipositas auf Basis des Gesamtkörpergewichts dosiert werden. Dabei sollte die bei Erwachsenen zugelassene Maximaldosis nicht überschritten werden.
Übliche Dosierung
Parenterale Applikation
Clindamycin [phosphat] Sandoz, Injektionslösung: (i.m. oder i.v. Applikation)

Grad der Infektion

Erwachsene
(mg/d)

Kinder
(mg/kg/d)

Dosen pro Tag

Schwer

12001800

20

24

Sehr schwer:
Infektionen intraabdominal, Becken, Infektionen mit Komplikationen

24002700

2540

24

Bei schweren oder lebensbedrohenden Infektionen, insbesondere bei Infektionen, bei denen Bacteroides fragilis, Peptococcus-Arten oder andere Clostridium-Arten als Clostridium perfringens nachgewiesen wurden oder Verdacht auf eine Beteiligung dieser Organismen besteht, kann die Dosierung weiter erhöht werden. Erwachsenen wurden intravenöse Dosen bis zu 4800 mg täglich verabreicht.
Alternativ kann die Substanz in Form einer einmaligen Kurzinfusion der ersten Dosis über 10 min oder länger und dann als intravenöse Dauerinfusion gegeben werden, wie folgt:

Zur Erhaltung der Clindamycin-Serumspiegel

Geschwindigkeit der Kurzinfusion

Geschwindigkeit der Erhaltungsinfusion

über 4 µg/ml

10 mg/min über 30 min

0,75 mg/min

über 5 µg/ml

15 mg/min über 30 min

1,00 mg/min

über 6 µg/ml

20 mg/min über 30 min

1,25 mg/min

Verdünnung und Infusionsgeschwindigkeiten
Bei intravenöser (i.v.) Verabreichung soll Clindamycin [phosphat] Sandoz verdünnt angewendet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Clindamycin-Konzentration in der Infusionslösung sollte nicht höher sein als 12 mg pro ml, und die Infusionsgeschwindigkeit sollte 30 mg pro min nicht überschreiten. Üblich sind folgende Infusionsgeschwindigkeiten:

Dosis

Infusionslösung

Zeit

300 mg

50 ml

10 min

600 mg

50 ml

20 min

900 mg

100 ml

30 min

1200 mg

100 ml

40 min

Die Applikation von mehr als 1200 mg in einer einmaligen einstündigen Infusion wird nicht empfohlen.
Bei intramuskulärer (i.m.) Verabreichung soll Clindamycin [phosphat] Sandoz unverdünnt angewendet werden.
Intramuskuläre Einzelinjektionen von mehr als 600 mg werden nicht empfohlen.
Inkompatibilität und Kompatibilität siehe Kapitel «Sonstige Hinweise».
Orale Applikation
Für Kinder, die Hartkapseln noch nicht ganz schlucken können, sind Clindamycin Sandoz Hartkapseln nicht geeignet.
Da mit den Hartkapseln keine genau berechnete Dosierung in mg/kg verabreicht werden kann, ist es in bestimmten Fällen erforderlich, Clindamycin in einer anderen galenischen Form zu verwenden.
Die Hartkapseln können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Zur Verhinderung einer Oesophagitis sollen die Hartkapseln mit einem Glas Wasser eingenommen werden.

Grad der Infektion

Erwachsene
(mg/d)

Kinder
(mg/kg/d)

Aufgeteilt in gleich grosse Dosen pro Tag

Mittelschwer

6001200

812

3 oder 4

Schwer

6001200

1316

3 oder 4

Sehr schwer

12001800

1725

3 oder 4

Dosierung bei akuter Streptokokken-Tonsillitis/Pharyngitis
Bei Überempfindlichkeit auf Penicillin und Beta-Lactam-Antibiotika (Typ I Hypersensitivität) ist Clindamycin Sandoz als Therapiealternative bei Kindern und Erwachsenen mit bestätigter bzw. vermuteter Streptokokken Pharyngitis in Betracht zu ziehen. Die Dosierung beträgt in diesem Fall 2x täglich eine Hartkapsel Clindamycin Sandoz 300 mg während 10 Tagen. Bei beta-hämolysierenden Streptokokken-Infektionen sollte die Behandlung über mindestens 10 Tage fortgeführt werden.
Kinder
Aufgrund ihrer galenischen Form sind Clindamycin Sandoz Hartkapseln zur Behandlung von Kindern nicht geeignet.
Kombinationstherapien
·Gynäkologische Infektionen (Pelvic Inflammatory Diseases PID):Clindamycin [phosphat] Sandoz 900 mg i.v. alle 8 h zusammen mit einem intravenös verabreichten Antibiotikum mit gramnegativem-aerobem Spektrum, z.B. Gentamycin 2,0 mg/kg gefolgt von 1,5 mg/kg alle 8 h. Nach mindestens 4 Tagen und frühestens 48 h nach Eintritt der Besserung wird mit oralem Clindamycin Sandoz 450 mg alle 6 h bis zu einer Therapiedauer von total 10–14 Tagen weiterbehandelt.
·Pneumocystis jirovecii Pneumonie bei Patienten mit AIDS:Kombinationstherapie Clindamycin mit Primaquin: Clindamycin [phosphat] Sandoz 600–900 mg i.v. alle 6 h oder 900 mg i.v. alle 8 h oder Clindamycin Sandoz Hartkapseln 300–450 mg p.o. alle 6 h über 21 Tage.Primaquin: 15–30 mg p.o. 1x täglich über 21 Tage.
·Toxoplasmose Enzephalitis bei Patienten mit AIDS:Kombinationstherapie Clindamycin mit Pyrimethamin: Clindamycin 600–1200 mg 4x täglich oral (oder i.v.) zwei Wochen lang, dann 300–600 mg 4x täglich.Pyrimethamin: 25–75 mg 1x täglich. Bei höherer Dosierung von Pyrimethamin sollte 10–20 mg Folsäure täglich zusätzlich eingenommen werden. Die Dauer der Therapie sollte insgesamt 8–10 Wochen betragen.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei schwerer Leberinsuffizienz (Child Pugh C) ist die Halbwertszeit von Clindamycin verlängert. Bei diesen Patienten sollen während einer hochdosierten Therapie die Clindamycin Spiegel überwacht werden.
Bei leichter bis mässiger Leberinsuffizienz (Child Pugh A und B) ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei schwerer Niereninsuffizienz ist die Halbwertszeit von Clindamycin verlängert. Bei diesen Patienten sollen während einer hochdosierten Therapie die Clindamycin-Spiegel überwacht werden.
Bei leichter bis mässiger Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Ältere Patienten
Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist vermutlich nicht erforderlich.
Kinder im Alter unter 1 Monat
Für Säuglinge im ersten Lebensmonat liegen keine ausreichenden Daten vor. Eine Anwendung von Clindamycin in dieser Altersgruppe wird daher nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Clindamycin oder Lincomycin.
Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m. Injektionslösung darf bei Früh- und Neugeborenen nicht verabreicht werden, da das Präparat Benzylalkohol enthält (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich schwerer Hautreaktionen wie DRESS-Syndrom (drug rash with eosinophilia and systemic symptoms), Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom) und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) wurden bei Patienten, die eine Clindamycin Therapie erhielten, gemeldet. Bei Auftreten von Überempfindlichkeits- oder schweren Hautreaktionen soll Clindamycin abgesetzt und eine geeignete Therapie initiiert werden.
Clindamycinphosphat sollte intravenös nicht unverdünnt als Bolus injiziert, sondern über mindestens 10‒60 min infundiert werden, wie im Abschnitt «Dosierung/Anwendung» beschrieben.
Clindamycin Sandoz/Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m. sollte in der Behandlung der Meningitis nicht eingesetzt werden, da Clindamycin nicht in genügenden Mengen in die Zerebrospinalflüssigkeit diffundiert.
Wie bei nahezu allen antibakteriellen Wirkstoffen wurde auch unter Behandlung mit Clindamycin über das Auftreten einer pseudomembranösen Kolitis berichtet, welche auf Toxine von Clostridium difficile zurückgeführt wird. Die Behandlung mit antibakteriellen Wirkstoffen verändert die normale Dickdarmflora, was zum Überwuchern durch C. difficile führt.
Das klinische Spektrum der Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhoe (CDAD) reicht von einer leichten wässrigen Diarrhoe bis hin zu schweren, potentiell letal verlaufenden Fällen mit persistierender Diarrhoe (gelegentlich mit Blut- und Schleimabgängen einhergehend), schweren Bauchkrämpfen, Fieber und Leukozytose. Als Komplikationen können Peritonitis, toxisches Megakolon und Schock auftreten. Bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand muss mit einem schwereren Verlauf gerechnet werden.
Die Diagnose einer CDAD wird gewöhnlich anhand der klinischen Symptome gestellt. Sie kann durch endoskopischen Nachweis einer pseudomembranösen Kolitis und/oder durch den Nachweis von C. difficile in Stuhlkulturen auf selektiven Nährmedien bzw. den Nachweis von C. difficile-Toxin(en) gesichert werden.
Tritt während der Behandlung mit Clindamycin eine persistierende Diarrhoe auf, muss das Präparat abgesetzt und eine geeignete Therapie eingeleitet werden. Ausser bei sehr leichtem Verlauf wird bei allen durch Antibiotika-Gebrauch ausgelösten Fällen eine Antibiotika-Behandlung empfohlen; geeignet ist eine Behandlung mit Metronidazol oder Vancomycin: Bei leichten/mittelschweren Fällen wird eine Initialbehandlung mit Metronidazol per os empfohlen. Bei Patienten mit schwerer C. difficile Infektion erfolgt die Behandlung geeigneter Weise mit Vancomycin (125 mg, 4x täglich während 10 Tagen, was auf 500 mg, 4x täglich erhöht werden kann). Im Falle einer schweren CDAD ist zudem eine adäquate Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Proteinsubstitution erforderlich. Die Vancomycin-Therapie führt im Allgemeinen zu einem raschen Verschwinden des Toxins aus den Stuhlproben und klinisch zu einem Nachlassen der Diarrhoe. In seltenen Fällen kam es nach Absetzen von Vancomycin zu einem Rezidiv der Kolitis.
C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entstehung der CDAD beitragen. Hypertoxin produzierende Stämme von C. difficile bedingen eine erhöhte Morbidität und Mortalität, da diese Infektionen gegenüber der antimikrobiellen Therapie resistent sein können, was eine Kolektomie erforderlich machen kann.
Bei allen Patienten ist auch bei Auftreten einer Diarrhoe nach antibiotischer Behandlung eine CDAD in Betracht zu ziehen; CDAD-Fälle wurden noch mehr als zwei Monate nach einer Antibiotika-Therapie beschrieben.
Arzneimittel, die zu einer Hemmung der Darmperistaltik führen (z.B. Loperamid), sind bei Verdacht auf CDAD (d.h. bei jeder schweren Diarrhoe unter/nach Antibiotikatherapie) kontraindiziert.
Bei Vorliegen einer der folgenden Erkrankungen bzw. Risikosituationen sollte Clindamycin Sandoz/Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m. mit Vorsicht angewendet werden: Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes (insbesondere Kolitis), auch in der Anamnese; vorbestehende schwere Nieren- oder Lebererkrankungen; Störungen der neuromuskulären Übertragung (z.B. Myasthenia gravis, Parkinson-Syndrom); atopische Diathese; Asthma bronchiale.
Bei einer Therapiedauer von mehr als 10 Tagen sollten das Blutbild sowie die Leber- und Nierenfunktion überwacht werden.
Clindamycin ist potentiell nephrotoxisch. Es wurde über akute Nierenschädigung, einschliesslich akutem Nierenversagen, berichtet. Daher sollte eine Überwachung der Nierenfunktion während der Therapie von Patienten mit vorbestehender Nierenfunktionsstörung oder bei gleichzeitiger Einnahme von nephrotoxischen Arzneimitteln in Betracht gezogen werden und eine Überwachung der Nierenfunktion sollte bei prolongierter Therapie durchgeführt werden.
Die Anwendung von Antibiotika kann zu übermässigem Wachstum unempfindlicher Keime und/oder Pilze führen. Beim Auftreten einer solchen Super-Infektion muss sofort eine spezifische Therapie eingeleitet werden.
Nach intramuskulärer Applikation von Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m. wurde über Irritationen an der Injektionsstelle berichtet. Diese Reaktionen lassen sich durch tiefe intramuskuläre Injektionen minimieren.
Hilfsstoffe von besonderem Interesse
Clindamycin [phosphat] Sandoz Injektionslösung enthält 38 mg Benzylalkohol pro Ampulle. Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen.
Die intravenöse Anwendung von Benzylalkohol war mit schwerwiegenden Nebenwirkungen und Todesfällen bei Neugeborenen («Gasping- Syndrom») verbunden. Die minimale Menge Benzylalkohol, bei der Toxizität auftritt, ist nicht bekannt. Bei Kleinkindern besteht aufgrund von Akkumulation ein erhöhtes Risiko.
Grosse Mengen sollten wegen des Risikos der Akkumulation und Toxizität («metabolische Azidose») nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig angewendet werden, insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion.
Bei der Anwendung benzylalkoholhaltiger Arzneimittel sollte die Summe der täglichen Menge Benzylalkohol aus allen Quellen berücksichtigt werden.
Die Injektionslösung enthält maximal 34 mg Natrium pro Ampulle, entsprechend 1,7 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Clindamycin Sandoz Hartkapseln enthalten 79 mg, beziehungsweise 148 mg Laktose-Monohydrat (150 mg resp. 300 mg-Hartkapseln). Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten die Clindamycin Sandoz Hartkapseln nicht einnehmen.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen
Clindamycin wird vorwiegend über CYP3A4 und, in geringerem Ausmass, über CYP3A5 zum Hauptmetaboliten Clindamycin-Sulfoxid und dem Nebenmetaboliten N-Demethylclindamycin metabolisiert. Dementsprechend kann die Clindamycin-Clearance durch Inhibitoren von CYP3A4 und CYP3A5 vermindert bzw. durch Induktoren dieser Isoenzyme beschleunigt werden. Die gleichzeitige Verabreichung von Clindamycin und starken CYP3A4 Induktoren sollte wenn möglich vermieden werden, da dies zu einer klinisch relevanten Senkung der Plasmakonzentration von Clindamycin führen kann. Über Fälle einer tiefen Plasmakonzentration von Clindamycin mit Wirkungsverlust nach gleichzeitiger Verabreichung von Clindamycin und Rifampicin wurde berichtet.
Vorsicht ist geboten, wenn Clindamycin zusammen mit starken CYP3A4 Inhibitoren verabreicht wird, da dies zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Clindamycin führen kann.
In-vitro-Studien
Gemäss in-vitro Studien inhibiert Clindamycin CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19, CYP2E1 und CYP2D6 nicht und CYP3A4 nur in geringem Ausmass. Klinisch relevante Interaktionen von Clindamycin mit gleichzeitig verabreichten Wirkstoffen, welche über diese CYP Isoenzyme metabolisiert werden, sind daher unwahrscheinlich.
Pharmakodynamische Interaktionen
Clindamycin besitzt neuromuskuläre Hemmeigenschaften, die die Wirkung anderer neuromuskulärer Hemmstoffe möglicherweise verstärken. Bei Patienten, die mit solchen Mitteln behandelt werden, ist Clindamycin daher mit Vorsicht anzuwenden.
Vitamin-K-Antagonisten
Bei Patienten, die Clindamycin zusammen mit Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Warfarin, Acenocoumarol oder Fluindion) erhielten, wurde über erhöhte Blutgerinnungswerte (PT/INR) und/oder Blutungen berichtet.
Die Blutgerinnungswerte sollten daher bei Patienten, die mit Vitamin-K-Antagonisten behandelt werden, häufig kontrolliert werden.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Es liegen keine adäquaten, kontrollierten Studien an Schwangeren im ersten Schwangerschaftstrimenon vor. Die Befunde klinischer Studien, in welchen Schwangere im zweiten und/oder dritten Trimenon mit Clindamycin behandelt wurden, lieferten keine Hinweise auf eine Schädigung des Foeten.
Clindamycin ist beim Menschen plazentagängig; nach multiplen Dosen betrug die Konzentration im Fruchtwasser ca. 30% der Konzentration im Blut der Mutter.
Der in Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m. enthaltene Benzylalkohol ist ebenfalls plazentagängig, siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».
Bei der Anwendung von Clindamycin Sandoz/Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m. während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Clindamycin soll während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist.
Stillzeit
Clindamycin tritt in die Muttermilch über und wurde dort in Konzentrationen von bis zu 3,8 µg/ml nachgewiesen. Bei einer Trinkmenge von 500 ml pro Tag würde dies einer Aufnahme von 1,9 mg Clindamycin pro Tag entsprechen.
Clindamycin kann die Darmflora des gestillten Kindes beeinflussen, was zu Symptomen wie Diarrhoe, Hämatochezie und/oder Hautausschlägen führen kann. Vor allem unreife Frühgeborene könnten ein erhöhtes Risiko für solche unerwünschten Wirkungen aufweisen.
Eine orale oder parenterale Anwendung von Clindamycin während der Stillzeit wird nicht empfohlen. Falls eine Behandlung mit Clindamycin erforderlich ist, sollte abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Unter der Anwendung von Clindamycin wurde jedoch über unerwünschte Wirkungen wie Schwindel und Schläfrigkeit berichtet, welche Konzentrationsvermögen und Reaktionszeit beeinflussen und dadurch die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit angegeben, welche in klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung unter der Anwendung von Clindamycin beobachtet wurden.
Definition der Häufigkeitskategorien: «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten» (≥1/10'000, <1/1000), «sehr selten» (<1/10'000), «nicht bekannt»: Häufigkeit kann nicht genau angegeben werden, da auf Spontanmeldungen aus der Post-Marketing-Surveillance beruhend.
Es ist zu beachten, dass sich die Häufigkeiten in den klinischen Studien nicht selten zwischen der parenteralen und den oralen Darreichungsformen unterschieden. Wo diese Häufigkeitsunterschiede relevant waren, wird nachfolgend die jeweils höchste Inzidenz mit entsprechendem Hinweis auf die andere Darreichungsform angegeben. Insbesondere waren gastrointestinale unerwünschte Wirkungen bei oraler Gabe häufiger, während Hautveränderungen unter parenteraler Anwendung häufiger beobachtet wurden als bei oraler Gabe.
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Nicht bekannt: Clostridium difficile Kolitis.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Häufig: Eosinophilie.
Selten: Agranulozytose (nur während der Marktüberwachung gemeldet), Leukopenie, Thrombopenie, Neutropenie.
Erkrankungen des Immunsystems
Selten: Angioödem.
Nicht bekannt: anaphylaktischer Schock, anaphylaktoide Reaktionen, anaphylaktische Reaktionen, Überempfindlichkeit.
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Dysgeusie.
Nicht bekannt: Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit.
Herz- und Gefässerkrankungen
Gelegentlich: Hypotonie (v.a. bei parenteraler Applikation), Herz-/Atemstillstand (nach (zu) schneller intravenöser Applikation).
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Diarrhoe, pseudomembranöse Kolitis.
Gelegentlich: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen (v.a. unter oraler Anwendung).
Nicht bekannt: Oesophagitis und Oesophagus-Ulzera (v.a. bei oraler Anwendung beobachtet).
Leber- und Gallenerkrankungen
Häufig: Anomalien der Leberfunktionstests (Bilirubin, AST, alkalische Phosphatase).
Sehr selten: Hepatitis.
Nicht bekannt: Ikterus (einschliesslich cholestatischem Ikterus).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Häufig: makulopapulöses Exanthem, morbilliformes Exanthem (nur während der Marktüberwachung gemeldet).
Gelegentlich: Urtikaria (häufiger unter parenteraler als unter oraler Gabe).
Selten: Pruritus, Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, vesikulobullöse Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom) (nur während der Marktüberwachung gemeldet).
Nicht bekannt: akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), DRESS-Syndrom (drug rash with eosinophilia and systemic symptoms).
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr selten: Polyarthritis.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Nicht bekannt: Akute Nierenschädigung.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Selten: Vaginitis.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle, Thrombophlebitiden an der Injektionsstelle, Abszess an der Injektionsstelle.
Nicht bekannt: Irritationen an der Injektionsstelle.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung ist mit einem vermehrten bzw. verstärkten Auftreten der oben beschriebenen unerwünschten Wirkungen zu rechnen. Hämodialyse und Peritonealdialyse sind ineffektiv bei der Elimination von Clindamycin aus dem Serum. Ggf. sind supportive Massnahmen zu ergreifen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
J01FF01
Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik
Der Wirkstoff von Clindamycin Sandoz/Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m. ist Clindamycin (7-Chlor-7-desoxy-lincomycin), ein Derivat des aus Streptomyces lincolnensis gewonnenen Lincomycins.
Clindamycin bindet sich an die 50S-Untereinheit bakterieller Ribosomen und hemmt dadurch die Proteinsynthese. Die Wirkung ist primär bakteriostatisch, kann je nach Konzentration und Empfindlichkeit des Erregers aber auch bakterizid sein.
Der Phosphatester ist in-vitro nicht aktiv. In-vivo wird er schnell in die aktive Base Clindamycin hydrolysiert.
Die Wirksamkeit korreliert mit der Zeitspanne während derer die Antibiotika-Konzentration über der minimalen Hemmkonzentration (MIC) des Erregers liegt.
Resistenz
In den meisten Fällen beruht die Resistenz gegenüber Clindamycin auf Mutationen an der rRNA Antibiotika Bindungsstelle oder auf der Methylierung bestimmter Nukleotide in der 23S RNA der 50S Ribosomen-Untereinheit. Derartige Veränderungen können die in-vitro Kreuzresistenz gegenüber Makrolid- und Streptogramin-B-Antibiotika (MLSB Phänotyp) determinieren. Die Mehrzahl der Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) zeigen den konstitutiven MLSB-Phänotyp und sind daher Clindamycin-resistent. Infektionen durch makrolid-resistente Staphylokokken sollten bei Fehlen einer adäquaten Empfindlichkeitsprüfung, inkl. der Prüfung auf induzierbare Clindamycin-Resistenz, nicht mit Clindamycin behandelt werden. Gelegentlich bedingen auch Veränderungen an den ribosomalen Proteinen eine Resistenz.
Resistenz gegenüber Clindamycin kann in makrolid-resistenten Bakterienstämmen durch Makrolide induziert werden; eine induzierbare Resistenz kann mittels eines Hemmhof- (D-Zonen-Test) oder Reihenverdünnungs-Tests bestimmt werden. Weniger häufig beobachtete Resistenzmechanismen beinhalten Modifikationen des Antibiotika- bzw. des aktiven Efflux-Mechanismus. Zwischen Clindamycin und Lincomycin besteht völlige Kreuzresistenz. Resistenz gegenüber Clindamycin kommt häufiger vor bei Methicillin-resistenten Staphylococcus und Penicillin-resistenten Pneumococcus Stämmen als bei Erregern, welche auf diese Wirkstoffe ansprechen.
Antimikrobielles Wirkungsspektrum
Für Clindamycin konnte eine In-vitro-Aktivität gegenüber den meisten Stämmen der folgenden Erreger gezeigt werden: grampositive aerobe, grampositive und gramnegative anaerobe Mikroorganismen sowie bestimmte Stämme von Chlamydia trachomatis. Gramnegative Aerobier sind im Allgemeinen nicht empfindlich gegenüber Clindamycin.
In-vitro erwiesen sich darüber hinaus folgende Erreger als sensibel gegenüber Clindamycin: Bordetella melaninogenicus und Mycoplasma hominis.
Literaturberichten zufolge hat Clindamycin im Rahmen einer Kombinationstherapie auch eine therapeutische Wirkung bei Infektionen durch manche nicht-bakterielle Erreger. Zumeist sehr kleine, nicht nach heutigem Standard durchgeführte Studien deuten auf eine gewisse Wirksamkeit gegenüber Toxoplasma gondii (Erreger der Toxoplasmose Enzephalitis, nur in Kombination mit Pyrimethamin) und Pneumocystis jirovecii (Pneumonieerreger, nur in Kombination mit Primaquin) hin.
Üblicherweise empfindliche Keime
Aerobe Bakterien
Grampositive Bakterien
·Staphylococcus aureus (methicillin-empfindliche Stämme)
·Koagulase-negative Staphylococci (methicillin-empfindliche Stämme)
·Streptococcus pneumoniae (penicillin-empfindliche Stämme)
·Beta-hämolysierende Streptococci der Gruppen A, B, C und G
·Streptococci der Viridans Gruppe
·Corynebacterium diphtheriae
Gramnegative Bakterien
·Chlamydia trachomatis
Anaerobe Bakterien
Grampositive Bakterien
·Actinomyces israelii
·Clostridium perfringens
·Eggerthella (Eubacterium) spp.
·Peptococcus spp.
·Peptostreptococcus spp. (Finegoldia magna, Micromonas micros)
·Propionibacterium acnes
Gramnegative Bakterien
·Bacteroides spp.
·Fusobacterium spp.
·Gardnerella vaginalis
·Prevotella spp.
·Veillonella spp.
Andere
Pilze
·Pneumocystis jirovecii
Protozoen
·Toxoplasma gondii
Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können
Aerobe Bakterien
Grampositive Bakterien
·Staphylococcus aureus (methicillin-resistent)
·Coagulase-negative Staphylococci (methicillin-resistent)
Anaerobe Bakterien
Gramnegative Bakterien
·Bacteroides fragilis
Von Natur aus resistente Keime
Aerobe Bakterien
Grampositive Bakterien
·Enterococcus spp.
Gramnegative Bakterien
·Enterobacteriaceae
·Haemophilus influenzae
·Moraxella catarrhalis
Anaerobe Bakterien
Grampositive Bakterien
·Clostridium difficile
Gramnegative Bakterien
·Eikenella corrodens
·Fusobacterium varium
Breakpoints
Die von EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) festgelegten Breakpoints der minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) sind wie folgt:
EUCAST Empfindlichkeitskriterien für Clindamycin

MIC Breakpoints (mg/l)

Erreger

S ≤

R >

Staphylococcus spp.

0,25

0,5

Streptococcus
Gruppen A, B, C und G

0,5

0,5

Streptococcus pneumoniae

0,5

0,5

Streptococci der Viridans Gruppe

0,5

0,5

Grampositive Anaerobier

4

4

Gramnegative Anaerobier

4

4

Corynebacterium spp.

0,5

0,5

S=sensibel; R=resistent

Die Prävalenz von erworbenen Resistenzen kann für ausgewählte Spezies geographisch und zeitlich variieren; lokale Angaben zur Resistenz sind daher von Vorteil, insbesondere für die Behandlung schwerer Infektionen. Wenn die Zweckmässigkeit der Antibiotikabehandlung aufgrund der lokalen Resistenzprävalenzen bei zumindest einigen Infektionstypen in Frage zu stellen ist, ist gegebenenfalls Expertenrat einzuholen. Insbesondere bei schweren Infektionen oder Therapieversagen werden eine mikrobielle Differentialdiagnose mit Erregeridentifizierung sowie die Prüfung des Ansprechens auf Clindamycin empfohlen.
In-vitro wurde ein Antagonismus zwischen Clindamycin und Erythromycin gezeigt. Da dies möglicherweise von klinischer Bedeutung ist, sollten die beiden Arzneimittel nicht gleichzeitig angewendet werden.
Klinische Wirksamkeit
Keine Angaben.

Pharmakokinetik

Nach intravenöser Infusion von 300 mg über 10 min bzw. 600 mg über 20 min werden am Ende der Infusion maximale Serumspiegel von 7 µg/ml bzw. 10 µg/ml erreicht. Tabelle 1 zeigt die durchschnittlichen Serumspitzenkonzentrationen nach Gabe von Clindamycinphosphat. Nach Verabreichung von Clindamycinphosphat alle 8–12 h bei Erwachsenen und alle 6–8 h bei Kindern oder mit i.v. Dauerinfusion können die Clindamycin-Serumspiegel über der in-vitro minimalen Hemmkonzentration für die meisten empfindlichen Mikroorganismen gehalten werden. Der Steady State wird nach der dritten Dosis erreicht.
Tabelle 1: Durchschnittliche Maximaltiter im Steady State bei der parenteralen Behandlung mit Clindamycinphosphat

Dosis

Clindamycin
(µg/ml)

Clindamycinphosphat
(µg/ml)

300 mg i.v. über 10 min alle 8 h

7

15

600 mg i.v. über 20 min alle 8 h

10

23

900 mg i.v. über 30 min alle 12 h

11

29

1200 mg i.v. über 45 min alle 12 h

14

49

300 mg i.m. alle 8 h

6

3

600 mg i.m. alle 12 h

9

3

Nach intramuskulärer Verabreichung von 600 mg Clindamycinphosphat werden 1 bis 3 h nach Applikation maximale Serumspiegel von 9 µg/ml erreicht.
Absorption
Nach oraler Applikation wird Clindamycin rasch und nahezu vollständig (90%) resorbiert. Nach oraler Applikation von 150 mg werden bei Erwachsenen innerhalb von 45 bis 60 min durchschnittliche Serumspiegel von 2,5 µg/ml erreicht. Nach 3 h bzw. 6 h wurden Serumspiegel von 1,5 µg/ml bzw. 0,7 µg/ml gemessen.
Die Resorption von oral appliziertem Clindamycin wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme quantitativ nicht wesentlich beeinflusst. Die Resorption kann jedoch etwas verlangsamt sein.
Eine Kumulation nach oraler Applikation über 14 Tage wurde nicht beobachtet.
Distribution
Clindamycin bindet primär an das saure Alpha-1-Glycoprotein, die Proteinbindung ist konzentrationsabhängig und liegt im therapeutischen Bereich bei 60 bis 94%.
Clindamycin dringt leicht in die meisten Körperflüssigkeiten und -gewebe ein. Das Verteilungsvolumen VdSS beträgt 4374 l. Im Knochengewebe werden ca. 40% (2075%) der Serumkonzentration erreicht, in der Muttermilch 50100%, in der Synovialflüssigkeit 50%, im Sputum 3075%, in der Peritonealflüssigkeit 5090%. Clindamycin passiert jedoch die Blut-Liquor-Schranke nicht, auch nicht im Fall einer Meningitis.
Clindamycin passiert die Plazentaschranke und tritt in die Muttermilch über.
Metabolismus
Clindamycin wird in der Leber relativ extensiv durch CYP3A4, und in geringerem Ausmass durch CYP3A5, zu Abbauprodukten mit unterschiedlicher antibakterieller Wirksamkeit, wie N-Demethylclindamycin (pharmakologisch aktiver als Clindamycin) und Clindamycinsulfoxid (weniger aktiv als Clindamycin) metabolisiert.
Elimination
Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich in Form inaktiver Metaboliten über Galle und Faeces (Q0 = 0,9). Nur ca. ein Viertel der applizierten Dosis wird in Form der Muttersubstanz bzw. pharmakologisch aktiver Metaboliten ausgeschieden (1020% mit dem Urin, 4% über die Faeces). Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 1,53,5 h.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion ist die Halbwertszeit verlängert. Bei Patienten mit leichter oder mässiger Leberinsuffizienz wurde die Pharmakokinetik von Clindamycin nicht untersucht.
Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion ist die Halbwertszeit von Clindamycin verlängert. Bei Patienten mit leichter oder mässiger Niereninsuffizienz wurde die Pharmakokinetik von Clindamycin nicht untersucht.
Clindamycin ist nicht dialysierbar.
Ältere Patienten
Die Pharmakokinetik von Clindamycin wurde bei Patienten ≥65 Jahre nicht spezifisch untersucht.
Kinder und Jugendliche
Bei parenteraler Behandlung pädiatrischer Patienten wurden nach der ersten Dosis folgende durchschnittliche Maximalkonzentrationen bestimmt:

Dosis

Clindamycin
(µg/ml)

57 mg/kg i.v. über 1 h

10

36 mg/kg i.m.

4

57 mg/kg i.m.

8

Adipöse pädiatrische Patienten im Alter von 2 bis weniger als 18 Jahren und adipöse Erwachsene im Alter von 18 bis 20 Jahren
Eine Analyse der pharmakokinetischen Daten bei adipösen pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis unter 18 Jahren und adipösen Erwachsenen im Alter von 18 bis 20 Jahren zeigte, dass die Clindamycin-Clearance und das Verteilungsvolumen, normalisiert auf das Gesamtkörpergewicht, unabhängig von Adipositas vergleichbar sind.

Präklinische Daten

Karzinogenität, Mutagenität
Tierexperimentelle Langzeitstudien zur Evaluation des karzinogenen Potentials wurden mit Clindamycin nicht durchgeführt. Die durchgeführten Tests zur Genotoxizität beinhalteten einen Micronukleus-Test bei Ratten und einen Ames-Test mit Salmonella. Beide Tests waren negativ.
Fertilitätsstörungen
Fertilitätsuntersuchungen bei Ratten unter oraler Behandlung mit Dosierungen bis zu 300 mg/kg/d (entsprechend ungefähr 1,1x der höchsten für erwachsene Patienten empfohlenen Dosis, basierend auf mg/m²) zeigten keine Effekte auf Fertilität oder Paarungsbereitschaft.
Reproduktionstoxizität
In embryo-foetalen Entwicklungsstudien mit oral angewandtem Clindamycin an Ratten bzw. mit subkutan appliziertem Clindamycin an Ratten und Kaninchen, konnte – ausser in Dosen, welche eine maternale Toxizität bedingten – keine Entwicklungstoxizität festgestellt werden. Die Sicherheitsabstände zu klinischen Expositionen waren jedoch sehr gering.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten (parenterale Applikation) Clindamycinphosphat Injektionslösung (Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m.)
Folgende Arzneimittel sind chemisch mit Clindamycinphosphat inkompatibel: Ampicillin, Phenytoin-Natrium, Barbiturate, Aminophyllin, Kalziumglukonat und Magnesiumsulfat.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Eine Lösung von 6, 9 oder 12 mg/ml Clindamycin ist in 5% Glukose, 0,9% NaCl oder Ringer Lactat-Lösung bei Raumtemperatur (15–25°C) während mindestens 16 Tagen, im Kühlschrank (2–8°C) während mindestens 32 Tagen und tiefgefroren (-15°C) während mindestens acht Wochen stabil.
Besondere Lagerungshinweise
Clindamycin [phosphat] Sandoz Injektionslösung
In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25°C) und ausser Reichweite von Kindern lagern.
Clindamycin Sandoz Hartkapseln
In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15–25°C), vor Licht und Feuchtigkeit geschützt und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

59324, 58919 (Swissmedic)

Packungen

Clindamycin [phosphat] Sandoz i.v./i.m. 600 mg/4 ml: 5 x 4 ml und 5 x 5 x 4 ml Ampullen (Bündelpackung). [A]
Clindamycin Sandoz Hartkapseln zu 150 mg: 16. [A]
Clindamycin Sandoz Hartkapseln zu 300 mg: 16. [A]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz

Stand der Information

Januar 2022

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